Manchmal gehe ich stundenlang nicht aus meinem Zimmer und tagelang nicht aus dem Haus. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob das normal ist und jeder solche Phasen hat, aber ich versuche darüber nicht all zu oft nachzudenken.
Ich weiß ja selbst, dass ich der allergrößte Stubenhocker. Manchmal esse ich viel, wenn ich allein bin. Viel zu viel. Ich weiß nicht, was da in mich fährt, aber es fühlt sich in dem Moment in Ordnung an, es fühlt sich richtig und auch gut an, im nächsten Moment hasse ich mich dann wieder dafür. Es ist nicht so als hätte ich Hunger, im Gegenteil: nach ein paar Minuten ist mir wahnsinnig schlecht und ich kann stundenlang nicht einmal etwas essbares anschauen, ohne das mir übel wird.
Ich habe irgendwie so etwas wie eine innerliche Krise, etwas dass es zu überwinden gilt. Fraglich ist es nur, ob diese Krise mich nicht schon mein ganzes Leben begleitet.
Jeder steckt so etwas anders weg, manche aber auch gar nicht. Ob ich nun zu den letzteren gehöre, oder zu den ich isoliere mich Leuten ist mir noch nicht so ganz bewusst.
Der Herbst ist auf jeden Fall zur rechten Zeit da, denn im Herbst kann man perfekt allein sein, besonders wenn man nicht zu denen gehört, die jetzt noch jeden Tag raus wollen, um die letzten Sonnenstrahlen und regenfreien Tage zu genießen.
Ich fühle mich ja nicht einmal wirklich schlecht, wenn ich den ganzen Tag nur zu Hause bin und mich mit schlecht geschriebenen Romanzen abgebe.
Nein es sind Ferien und ich kann tun und lassen was ich will. Das war in den Ferien schon immer mein Motto gewesen, auch wenn ich es für besser hielt, etwas sinnvolles zu tun, aber wer lernte den schon bitte in den Ferien? Es gab sicher eine Menge Menschen, aber da ich keine kannte,konnte mir auch keiner etwas vorwerfen.
Mal sehen wie es so weiter geht mit mir. Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass irgendetwas her muss, irgendeine Veränderung, die mich zu etwas neuem macht. Sei es nur eine Erfahrung, die mein Leben bereichert.
Oder eben ein Mensch, eine neue Freundschaft. Das schönste wäre, wenn ich diesen Jungen vom Eislaufen endlich wieder sehen würde, das ist alles schon so viele Wochen her.
Er nannte mich wieder öfter Süße. Ich liebte das so sehr, es war nicht so wie Schatz, was man nur unter Pärchen sagte, nein es war viel viel mehr. Es gab einem zu spüren, dass derjenige einen mochte und man fühlte sich kleiner, weiblicher und einfach innerlich umarmt.
Ich hoffe, jeder der das hier ließt, wurde schon einmal so genannt, sonst weiß er nicht was genau ich meine.
Das traurige ist nur, dass ich weiß, dass er meinen letzten Eintrag gelesen hatte. Anderenfalls würde er mich sicher nicht so absichtlich Süße nennen.
Ich wünschte es wäre von allein wieder gekommen, aber man kann eben nicht alles haben. Man kann nicht alles und auch nicht jeden haben und es bringt auch nichts, sich wegen solch Kleinigkeiten schlecht zu fühlen.
Immerhin ist es so toll, dass er sich die Mühe macht und mich so nennt, weil er weiß, dass ich es mag - und er wusste es auch schon immer.

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