Dienstag, 2. Oktober 2012

ich erinnere mich nicht

Es gibt nichts schlimmeres, als der Moment, wo du dir das Aufgabenblatt der Klassenarbeit anschaust und merkst, dass du völlig am Arsch bist.

Mathe, etwas, dass die Welt nicht braucht. Na ja in gezügelten Massen schadet ein bisschen plus und minus ja nicht, aber wer wird, wenn er erwachsen ist, bitte Morgens am Küchentisch sitzen und irgendwelche Aufgaben mit a,b,x,y,q,p und so weiter ausrechnen?
Niemand brauch so etwas zum überleben, niemand. Und dann wären da noch die allseits geliebten Brüche. Für mich sind Brüche eh völlig unverständlich und keine richtigen Zahlen. Damals in der fünften Klasse habe ich es an Hand der Kuchen- und Pizza Beispiele ja noch verstanden, aber jetzt?
Die Mathearbeit war jedenfalls eine Katastrophe, obwohl ich sogar gelernt habe. 
All die Merksätze und Beispiele habe ich sorgfältig Millionen mal abgeschrieben und die ganzen Übungsblätter und Aufgaben im Buch habe ich ausgerechnet. Das aller meiste davon war sogar richtig.
Und gestern Abend lag ich dann doch recht unsicher im Bett und konnte nicht einschlafen. 
Die Worte meines Nachhilfelehrers schwirrten mir noch im Kopf herum ''geh am besten einfach ganz früh schlafen, du schaffst das. Viel Glück'' . 

Auch so etwas wie ein Sozial Praktikum ist etwas völlig unnötiges. Als unsere Deutschlehrerin mit uns darüber redete, klang ja alles noch richtig gut.
Ich hatte richtig Lust darauf und plante mehr oder weniger schon alles. 
Auf den Kindergarten hatte ich natürlich überhaupt keinen Bock, wo ich ja kleine Kinder verabscheue.
Das Altersheim wirkte auf mich schon viel attraktiver. 
Wieso auch nicht? Alte Damen sahen ja auch immer so süß aus, wenn sie ihren Kaffee schlurften und außerdem fand ich, dass sie die Hilfe viel mehr benötigten, wie kleine Kinder. Schließlich ging es den Menschen im Heim teils wirklich schlimm und im Kindergarten hatten sie es doch alle ganz gut.

Das Problem war dann einfach nur, dass ich nicht alleine gehen wollte. Und niemand hatte Interesse daran, ins Altersheim zu gehen.
Also wurden dann zweier oder dreier Gruppen innerhalb unserer Klicke gebildet.
Diese tauschten sich dann untereinander fast Täglich. Und als dann Gestern die Mutter des Mädchens,mit dem ich in einen Kindergarten gehen würde, anrief, während ich beim Boxtraining war und meiner Mutter mal eben erzählte, dass ich jetzt mehr oder weniger alleine dastehen würde, war ich dann doch extrem entsetzt. 
Es war ja nicht so, als hätte ich mich bei irgendwem aufgedrängt,nein. 
Als ich dann begriff, dass die allermeisten schon längst irgendwo einen Praktikums Platz gefunden hatten und ich alleine war, packte mich die Wut.
Ich war einfach nur noch extrem sauer, so sauer dass ich mit keinem mehr reden wollte, niemanden an mich ran ließ und wenn dann nur noch durch Schimpfwörter kommunizierte.

Als ich dann heute in die Schule ging, versuchte ich mir meine Enttäuschung und Wut nicht anmerken zu lassen. Auf Streit hatte ich nun mal einfach keine Lust, obwohl ich völlig im Recht lag. 
Aber die anderen würden ja eh zu ihr halten, von daher würde ich wohl oder übel ganz alleine dastehen.

Na ja jedenfalls ist mir jetzt der Praktikums Platz in meinem alten Kindergarten sicher, alleine. Und auch wenn ich so überhaupt gar keinen Bock habe, ich werde es schon überleben, schließlich sind es gerade mal 12 Stunden, die wir abarbeiten müssen. 
Und vielleicht schaffe ich es sogar, ein paar von diesen hässlichen kleinen Kindern so umzupolen, dass aus denen irgendwann noch mal was wird.
Wäre schön gewesen, hätte das bei mir mal einer gemacht.

Oh, und Morgen haben wir frei. Ich kann mich mit dem Gedanken kaum anfreunden, nicht dass ich etwas gegen einen Feiertag einzuwenden hätte, aber so mitten in der Woche? Da wache ich eh schon um halb sieben auf, weil es so ungewohnt ist, an einem Mittwoch auszuschlafen.
Lieber wäre es mir, hätten wir am Freitag frei.
Außerdem werde ich den Tag eh mit lernen verbringen, da wir am Donnerstag ja noch die Bio-Chemie Arbeit schreiben werden.

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